Auszug aus unserem Jahrbuch 2024/25



Dass „Zweites Städtisches Gymnasium“ kein aussagekräftiger Name ist, liegt auf der Hand. Um aber einen passenden Namen zu finden, sollte das, was benannt werden soll, geklärt sein. Deshalb war der erste Schritt, eine Entscheidung über ein prägnantes Profil zu treffen. […] [Es] fiel die Entscheidung zugunsten eines Kunstprofils. Nun konnte die Namenssuche sich auf Persönlichkeiten konzentrieren, die gut zu diesem Profil passen. […] Dem Vorschlag des Kollegiums, ihre Schule auf den Namen „Paul-Klee-Gymnasium“ zu taufen, wurde schließlich […] zugestimmt.
Die offizielle Namensverleihung fand auf deinem Festakt zum 10-jährigen Bestehen des neuen Gymnasiums statt. Es gab einen großartigen Festvortrag zu Paul Klee und die Unterzeichnung der Kooperationsurkunde mit der Firma Bitzer rundete dieses Ereignis ab.
Es war geschafft. Mit einem am Namen erkennbaren besonderen Profi hat das Paul-Klee-Gymnasium seinen Platz in der Rottenburger Schullandschaft gefunden und das Angebot für die jungen Menschen erweitert.

Paul Ernst Klee wurde am 18. Dezember 1879 in der Schweiz geboren. Er wuchs in einer sehr musikalischen Familie auf. Seine Mutter hieß Ida Frick und sein Vater, Hans Wilhelm Klee, war ein begnadeter Musiklehrer. Klee beherrschte nach sieben Jahren Unterricht die Geige sehr gut. Da er die modernen Kompositionen der Musik nicht schätzte und seine anderen Interessen beim Zeichnen und Dichten lagen, studierte er zuerst Grafik in München. Sein eigenes Atelier rückte für ihn in den Vordergrund und er wechselte in die Malklasse von Franz von Stuck, welche er 1901 wieder verließ. Er zog endgültig nach München und heiratete die Pianistin Lily Stumpf. Danach schloss er sich dem „Blauen Reiter“ an, einem Zusammenschluss mehrerer Künstler.

Paul Klees Leitmotive waren Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und Surrealismus. In der Zeit nach der Hochzeit besichtigte er mehrere Ausstellungen mit seiner Frau und schaute sich verschiedene Werke an. Mit August Macke und Louis Moilliet machte er 1914 eine dreiwöchige Reise nach Tunesien, welche ihn viel bereicherte und zur Malerei inspirierte. 1916 musste er in den Krieg ziehen, aber er malte immer sofern es ging. 1918 erreichte er seinen künstlerischen Durchbruch in Deutschland und hatte 1920 seine erste Einzelausstellung in München. Weitere Reisen und Ausstellungen folgten, bis er schließlich Professor an der Kunstakademie wurde. Er zog zurück in die Schweiz und stab dort am 29.6.1940.
Mit dem Sonderprofil Bildende Kunst hat sich unser in der breit angelegten Schullandschaft Rottenburgs 2010 ein unverwechselbares, eigenes Profil gegeben. Die im selben Jahr erfolgte Namensgebung als Paul-Klee-Gymnasium bringt das gut zum Ausdruck.
Die Wahl des Künstlers Paul Klee als Namensgeber, der in seinen Werken die Bedeutung von Individualität, Eigensinn, persönlicher Unabhängigkeit und Humanität in vorbildlicher Weise betont hat, fügt sich zudem gut in das pädagogisch-soziale Profil unserer Schule ein.
Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.