Schulleiter: Andreas Gathmann

Stellvert.Schulleiter: Willi Gauß

 

Sekretärinnen:

Ulrike Klose & Sabine Dorniak

Telefon: 07472/9387-0      

 

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Bewegende Momente im Paul-Klee-Gymnasium Rottenburg

Am 22. Oktober 2013 besuchte Israel Arbeiter das Paul-Klee-Gymnasium. Er hielt den 9. Klassen einen spannenden Vortrag über sein Leben im Dritten Reich und wie dieses sein Leben veränderte.

Israel (Jolek) Arbeiter wurde am 25.4.1925 in Plock (Polen) geboren. In dieser Stadt wohnten damals mehr als 10000 Juden. Israel Arbeiter war der Sohn eines Schneiders und er hatte 4 Brüder. Sie hießen Elek, Mack, Aaron und Josek. Gegen Ende September 1939 wurde das jüdische Viertel von Plock zum inoffiziellen Ghetto erklärt. Es wurde 1942 aufgelöst, weshalb die Familie nach Soltau in Ostpreußen kam. Danach ging es ins Ghetto von Starachowice, das im polnisches Kreis Kielce lag. Allerdings ohne den ältesten Bruder, da dieser bereits 1939 nach Russland geflohen ist und von dessen Schicksal bis heute nichts bekannt ist. Israel Arbeiter musste für die Gestapo Reinigungsarbeiten erledigen. Am 1. Oktober 1942, den Israel Arbeiter als den schlimmsten Tag seines Lebens bezeichnet, wurden nach dem Ausruf eines Appells auf dem Marktplatz Ältere, Gebrechliche und Kinder in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. An diesem Tag verlor Israel Arbeiter seine Eltern und seinen jüngsten Bruder. Israel Arbeiter musste bis 1944 im Arbeitslager Starachowice-Julag 2 in 12-Stunden-Schichten im Munitionslager arbeiten. Er erkrankte anTyphus und überlebte den Horrordoktor Mengele. Bald darauf lernte er seine Frau Hanka Balter kennen. Einige Zeit später bekam er die Nummer A 18651 eintätowiert und bekam die Liquidierung des Lagers mit.  Nach zahlreichen weiteren Stationen kam er schließlich nach Hailfingen. In diesem KZ-Außenlager musste er sehr schwer im Steinbruch in Reusten arbeiten.  In den letzten Kriegstagen wurden die Gefangenen während eines Todesmarschs am 26.04.1945 durch die Franzosen befreit.
Am 1.  August 1946 heirateten Israel Arbeiter und Hanka Balter in Reusten.

 Alles in allem war dies ein sehr aufschlussreicher und sehr emotionaler Vortrag. Man sah teilweise seine Tränen in den Augen wenn man ihm beim Reden zusah und man konnte mit ihm mitfühlen und es hat jeden von uns berührt. Er hat uns an seiner Vergangenheit teilhaben lassen und man hat die Spuren der Tragik teilweise von seinem Gesicht ablesen können. Einige Schüler durften nach dem Vortrag auch noch mit Israel Arbeiter nach Reusten fahren, wo er während des  2. Weltkrieges gearbeitet hat. Dort hat er uns nochmals einige Schritte seines Weges als Häftling in Hailfingen und Reusten geschildert und es wurde wieder etwas emotionaler. Man konnte aber auch ab und zu Lächeln in seinem Gesicht sehen, was die leicht gedrückte Stimmung etwas aufhob. Dieser kleine Ausflug von Herrn Arbeiter hat noch etwas Licht ins Dunkel der Geschichte des Dritten Reiches gebracht. In jeder Hinsicht hat sich dieser Vormittag mit Israel Arbeiter gelohnt.

 Eigene Eindrücke vom Vortrag von Israel Arbeiter (Kl.9b):
„Bewundernswert war, dass Israel Arbeiter über seine tragische Vergangenheit so offen redete.“
„Berührt hat mich, als er erzählt hat wie seine Familie geteilt wurde und die letzten Worte seines Vaters.“
„Durch den Vortrag wurde mir erst bewusst wie schlimm die Juden behandelt wurden.“

 Miriam Busser (9b)

 

Am Paul-Klee-Gymnasium hatte ein Religionskurs Schüler, Eltern und Lehrer aufgerufen, sich an einer besonderen Nikolausaktion zu beteiligen. Nach dem Motto „Den Nikolaussack füllen statt zu leeren“ wurden am 6. Dezember Lebensmittel für die Rottenburger Tafel gesammelt. Diese konnten während des Nikolaustages auf einen Gabentisch und in Säcke gelegt werden. Dass viele Schüler, Eltern und Lehrer dieser Einladung gefolgt waren und Lebensmittel aller Art mitgebracht hatten, zeichnete sich schon vor Beginn der ersten Stunde ab. Die Gaben wurden dabei in Lebensmittelkisten oder Taschen angeschleppt, aber auch mal still und heimlich auf den Tisch gelegt. Eines hatten alle gemeinsam: Leuchtende Augen und ein Lächeln im Gesicht! Im Laufe des Tages wurde der Gabentisch zusehends größer, was die sich in den Pausen versammelten Schüler in Staunen über dieses kleine Wunder versetzte. Sehr erfreut waren die Organisatoren über die vielen positiven Rückmeldungen zur Nikolausaktion. Eine Schülerin etwa meinte: „Es ist wirklich erstaunlich, mit wie wenig Aufwand man Gutes tun kann!“. Eine Lehrerin bedankte sich bei den Schülern dafür, dass sie mit dieser Aktion das Bewusstsein für Menschen in Not vor unserer Haustür wach halten würden. Am Ende des Tages waren sich alle Beteiligten einig: „Eine solche Aktion machen wir auf jeden Fall wieder!“.